Donnerstag, 27. März 2014

Zurück in Hanoi: Reis und Religion


Hallo Ihr Lieben,
heute muss ich mit dem gestrigen Nachtleben anfangen, da es zeigt wie klein die Welt ist. In der Nähe unseres Hotels haben wir in einer einfachen Kneipe Einkehr gehalten. Besitzer ist Chung mit seinem Hund Misiu (= polnisch: Bärchen). Ihr ahnt es schon: Chung sprach kein Englisch, dafür aber Polnisch. Er servierte uns kaltes Bier und warme Instantnudeln. Beim Universum bestellte ich noch ein paar Limetten (Zitronen gibt es hier nicht) für meinen Morgentee, aber leider gab es in der ganzen Straße keine zu kaufen. Irgend jemand hatte es mitbekommen und ein Junge kam zu mir gerannt und schenkte mir 3 Stück. Wenn mir das Leben Limetten schenkt, dann mache ich Limonade daraus;-)
Die meiste Zeit haben wir heute im Bus verbracht und sind stundenlang entlang von Deichen und Reisfeldern gefahren, wo auch die Familien ihre Gräber haben. Dazwischen grasen Kühe – ein natürlicher Kreislauf von Werden und Vergehen tat sich uns auf. Es gibt übrigens rund 40 anerkannte Religionen hier, 6 Mio. Vietnamesen sind Katholiken. Die katholische Kathedrale in Hanoi war leider heute geschlossen.
Dafür haben wir uns die Altstadt angeschaut. Ich habe ein paar Impressionen für euch eingefangen. Jede der 36 Gassen hat ihren Schwerpunkt: Obst, Fleisch, Ahnenverehrung (steht hier an erster Stelle, dann kommen Wohlstand und Familie), Kleidung, Seide, Holz, etc. Das geht auf die 36 Gilden und Zünfte der alten Dörfer aus dem 11. Jh. zurück. Die meisten Vietnamesen hocken auf winzigen Schemeln und nehmen ihren Imbiss zu sich, gespült wird im Rinnstein. Wir haben sogar einen Döner Kebab-Stand entdeckt und gleich daneben auch Miss Hanoi fotografiert, die frisch geschlachtete Hühner verkauft hatte. Die großen runden Reisfladen sind für unsere europäischen Mägen jedenfalls besser geeignet.
Sehr erfinderisch sind die elektrischen Leitungen, ebenso wie die ersten privatwirtschaftlichen Gehversuche – wie z.B. der Open-Air-Frisör:-). Alles in allem bewundere ich diese Menschen für ihre Ideen und ihren Überlebenswillen. Die Touris lassen sich lieber durch die Straßen fahren, bewaffnet mit Mundschutz und Tablet-PC. Der Kontrast könnte nicht größer sein!
Ich bin jedenfalls heute unendlich dankbar für unsere Hygieneverhältnisse in Deutschland, für das saubere Trinkwasser, für den Wohlstand, der mir nicht zuletzt auch solche Studienreisen ermöglicht. Danke Universum.








Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen