Montag, 31. März 2014

Bollywood mitten in Kamboscha


Hallo Ihr Lieben,
heute sind wir mit einer Propellermaschine der Lao-Air mit Zwischenlandung in Pakse (irgendwo im Nirgendwo) nach Kambodscha geflogen. Wir befinden uns jetzt in einem der ärmsten Länder der Welt und ich weiß ganz genau, dass ich hier nur die Schokoladenseite zu sehen bekomme. Eine asphaltierte Straße ist auch in Siem Reap höchst selten, Strom gibt es nur in Großstädten und selbst da nicht überall. Deswegen müssen die Kinder noch bei Tageslicht zu Hause sein, um gemeinsam mit den Eltern zu essen.
Ich stelle mir vor, wie dieses Königreich heute wäre ohne der blutigen Khmervergangenheit - vor über 30 Jahren haben sich hier Familien abgeschlachtet und alles, was Kultur und Bildung verkörperte wurde vernichtet. Manche Brillenträger starben, weil sie verdächtigt wurden lesen zu können! Ich sehe die Armut, den Verfall der wunderbaren Kaiserstadt Angkor Thom, dazu die über 100 zerklüfteten lächelnden Gesichter des Tempelbergs Bayon. Ich bin sehr in mich gekehrt und zu tiefst berührt. Meine Erkältung hat mir jetzt die Stimme genommen und es passt zu meiner Verfassung: Kambodscha macht mich sprachlos.
Und dann lässt es mich auch wieder buddhistisch lächeln, denn in den Überbleibseln des Tempels von Bayon drehen Inder gerade einen Bollywood-Streifen mit deutschem ARRI-Equipment;-). Da ich schon aus Vietnam Fernseh-Erfahrung habe, tausche ich mich auch mit der indischen Crew aus. Die Hauptdarstellerin sitzt vor einem Ventilator damit ihr Make-up bei 38 Grad nicht verläuft und die zwei Mönchsnovizen nehmen die Szene mit Handy oder Tablet auf. Die Hitze macht auch uns hier sehr zu schaffen. Ich gehe gerade mal 15 Min. zu Fuß und schwitze wie früher nach einem Triathlon. Die Klamotten kleben wie eine zweite Haut und wir werden bestimmt keinen Schönheitswettbewerb hier gewinnen. Hier hat es seit November 2013 nicht mehr geregnet. Beim Duschen läut aus dem einen Hahn heißes und aus dem anderen sehr heißes Wasser, wir trinken 4-5 Liter am Tag. Die Gruppe nimmt alles mit Humor hält immer noch super zusammen. Ich umarme euch ganz fest, wenn auch etwas nachdenklicher als sonst.







Sonntag, 30. März 2014

Mekong: Das Leben ist ein langer, ruhiger Fluss


Hallo Ihr Lieben
heute checken wir ganz früh auf dem Boot ein, das uns zu einer Höhle bringen soll, die 5000 verschiedene Buddhas beherbergt. Die Fahrt tut mir gut, da so wenigstens ein laues Lüftchen bei Temperaturen um die 40 Grad weht. Die Erkältung ist voll im Gange und ich gerate heute an meine Grenzen. Gleichzeitig empfinde ich Dankbarkeit und mache wieder die Erfahrung, dass für mich auf allen Ebenen gesorgt ist. Petra spendiert mir eine Packung Taschentücher, Detlef Lutschpastillen, Regina ein Tuch, damit ich in die Klöster komme....alles gut, Danke an meine Ersatzfamilie;-)
Nach der Tham Pak Ou-Höhle geht es zum Elefanten-Camp, wo wir die Dickhäuter füttern und reiten können. Ich muss zugeben, dass ich mich heute nur aufs Füttern beschränke, aber ich freue mich vor allem mit Frank aus Leipzig, der in seinem Elefantenhemd auf dem Tier thront – sein Kindheitstraum wird heute mit 53 Jahren wahr!
Danach geht es in den Abendstunden 500 Treppenstufen bei 35 Grad rauf und wieder runter quer durch den zauberhaften Buddha-Garten Phou Si – hier werde ich jetzt meine Erkältung bestimmt los, denn mein Kopf glüht inzwischen wie der Leuchtturm von Laos. Egal unterwegs treffe ich auch Mönche, die ganz normale Allerweltsarbeiten wie Streichen erledigen, witziger Weise mit einem iPod im Ohr....dann sehe ich noch wie Reiscracker aus Klebereis hergestellt und wie Schals mit einem Kind im Arm gewebt werden. Auf dem Nachtmarkt kaufe ich mir anschließend zwei einfache Stoffhosen für Kambodscha, da man bei Temperaturen über 30 Grad täglich ein komplettes frisches Outfit braucht und in Kambodscha die Temperaturen gerade an der 40-Grad-Marke kratzen....dann sammeln wir morgen wieder Abenteuerpunkte würde ich sagen....bis denne;-)


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Samstag, 29. März 2014

Luang Prabang: Kaiser, Klöster und Köche


Hallo Ihr Lieben,
wir wachen heute im Dschungelgrün am Fluss auf und frühstücken erstmal ausgiebig. Die französischen Einflüsse machen sich gleich bemerkbar: Es gibt Croissants und die Bonne-Maman-Marmelade. Keine Spur von Lärm, wir kommen mit geschlossenen Augen über jede Straße. Nach dem hektischen Hanoi ist Luang Prapang Entschleunigung pur, was bei 36 Grad im Schatten ohnehin ratsam ist. Ich machte heute alles im Schneckentempo, da ich mir nachts von der kalten Klimaanlage eine Erkältung geholt habe. Ich habe natürlich meine vollständige Genesung schon beim Universum bestellt und nutze den Regenschirm als Sonnenschirm sowie den Fächer vom Wiener Opernball für die Frischluftzufuhr;-).
Geld habe ich auch wieder mit meiner Zauberkarte am Automaten gezogen – es gibt hier laotische Kip (LAK), Umrechnungskurs ist 1:10.000 – mein Millionärsdasein hat jetzt zwar wieder ein Ende, aber weiß, vielleicht habe ich ja in Deutschland den Eurojackpot geknackt....
Aber nun zu Luang Prabang: Zuerst haben wir heute das Nationalmuseum mit einem wunderbaren Tempel und dem ehemaligen Kaiserpalast besucht. Alles strotzt hier vor Anmut und Pracht, umgeben von gepflegten Gärten. Ich konnte mich nach dem Schmutz Vietnams gar nicht satt sehen. Wir haben stehende, liegende, sitzende Buddhas gesehen, Segnende, Betende, Meditierende und welche, die sich ins Nirwana gebetet haben, ebenso wie Mönchsnovizen im Kloster, die ihren Alltag meistern. Sie sprechen nicht ganz so gut Englisch wie die in Myanmar, aber um einfache Fragen zu beantworten, reicht es. Vieles erinnert mich hier an Mynamar: die Pracht ist nicht ganz so ausgeprägt, die Armut aber ebenso wenig. Es ist alles mehr im Gleichgewicht. Die Schrift ist nicht mehr lateinisch, sodass ich überhaupt nichts verstehe, aber natürlich habe ich „ Hallo“ (Sabadabi)  und „ Danke“ ( Kop tschei) auch hier gelernt, denn selbst diese Sprachbrocken zaubern den Menschen ein Lächeln ins Gesicht. Am Abend haben wir einen Kochkurs mitgemacht und zwei verschiedene Speisen gekocht: Ich habe ein leckeres Fisch- und Hühnchengericht gekocht, was ihr dann in Deutschland serviert bekommt. Es schmeckt ähnlich wie Thailändisches Essen. Ich habe es hier Ewa serviert, da sie den Knöchel verstaucht und Poitr sich gestern den Magern verdorben hat. Aber Mitmachen ist alles: Selbst unser Banker Peter stand heute mal kurz am Herd, ein sehr ungewöhnliches Bild, da er die asiatische Küche nicht mag und sich die meiste Zeit von Keksen ernährt (hat einen halben Koffer davon eingepackt;-)). Auch ich habe mich wacker geschlagen, bei 36 Grad Außentemperatur am Gasherd – nichts für Warmduscher! Jaja, auf Reisen wächst man halt über sich selbst hinaus;-)




Freitag, 28. März 2014

Hanoi: Pagoden, Pampersrocker und Propeller


Hallo Ihr Lieben,
heute haben wir mit einem ausgiebigen Kulturprogramm von Hanoi Abschied genommen. Zuerst sind wir über die The Huc-Brücke (rote Brücke) zum Jadetempel spaziert und ich bin vollkommen dem Charme von Tik verfallen, die ich auf meinem Arm halte. Auf der Brücke habe ich noch scherzhaft gesagt, dass das wahrscheinlich eine Nachbildung der Golden Gate Bridge aus San Francisco ist, weil die Vietnamesen Meister des Kopierens sind und zwar nicht nur von edlen Marken und Statuen, sondern auch von Bauwerken. Das Original der Oper in Hanoi findet man in Paris, die Kopie des Brandenburger Tors steht in Hanoi und das Ho Chi Minh Mausoleum ähnelt sehr Lenins letzter Ruhestätte in Moskau. Vom Jadetempel, der viele Geiser und die Nachbildung einer über 100 Jahre alten Schildkröte, die im Huan Kiem See geborgen wurde, beherbergt, sind wir zum Literaturtempel gegangen, der Konfuzius gewidmet ist. Auch hier findet man an jeder Ecke Schildkröten, da sie die Weisheit symbolisieren und hier die erste Universität Vietnams ihren Ursprung hat. Ein zauberhafter Garten säumt die Anlage. Von da an sind wir wieder in die kommunistische Welt eingetaucht und haben das Ho Chi Minh Mausoleum besucht und die Wachablösung beobachtet, die ich euch wieder als kleinen Clip bereit stelle. Nicht weit davon besuchten wir die Einsäulen-Pagode, die König Ly Thai Tong 1149 in Form einer Lotusblume errichten ließ, nachdem er Vater eines Sohnes geworden ist. Heute ist der Holzstamm durch einen Betonpfeiler ersetzt, aber immer noch ein Magnet für Gläubige, v.a. solche mit einem Kinderwunsch. Nach einem späten Mittagessen (asiatische Pizza vier Jahreszeiten;-)) ging es zum Flughafen, wo wir noch die Einreiseformalitäten erledigen mussten, da wir für Laos ein Visum brauchen. Etwa eine Stunde (450 km) haben wir dann mit einer Propellermaschine (!) zurückgelegt, wobei ich die Bekanntschaft einer rumänischen Reisegruppe gemacht habe. Überhaupt stelle ich fest, dass ich sehr schnell Menschen kennenlerne. Allein heute habe ich mit einer Australierin, einem Iren, einer vietnamesischen Familie, einem japanischen Pärchen und dem rumänischen Herren gequatscht – alles Kontakte außerhalb meiner Reisegruppe. Nach über einer Woche ist meine Reisegruppe schon fast meine Ersatzfamilie geworden, wir alle helfen uns gegenseitig und die Stimmung ist – trotz kleiner Wehwehchen einiger Gäste – prima. Ich bringe ihnen jetzt täglich bei, wie sie beim Universum Gesundheit, Fülle und Glück bestellen und ihre Alltagssorgen lösen. Wie ihr sehen könnt, ist Miss Universum auch in Indochina am Werk;-). Jetzt fällt sie in Luang Prabang in einem himmlischen Hotel im Kolonialstil ins Bettchen. Gute Nacht!





Donnerstag, 27. März 2014

Zurück in Hanoi: Reis und Religion


Hallo Ihr Lieben,
heute muss ich mit dem gestrigen Nachtleben anfangen, da es zeigt wie klein die Welt ist. In der Nähe unseres Hotels haben wir in einer einfachen Kneipe Einkehr gehalten. Besitzer ist Chung mit seinem Hund Misiu (= polnisch: Bärchen). Ihr ahnt es schon: Chung sprach kein Englisch, dafür aber Polnisch. Er servierte uns kaltes Bier und warme Instantnudeln. Beim Universum bestellte ich noch ein paar Limetten (Zitronen gibt es hier nicht) für meinen Morgentee, aber leider gab es in der ganzen Straße keine zu kaufen. Irgend jemand hatte es mitbekommen und ein Junge kam zu mir gerannt und schenkte mir 3 Stück. Wenn mir das Leben Limetten schenkt, dann mache ich Limonade daraus;-)
Die meiste Zeit haben wir heute im Bus verbracht und sind stundenlang entlang von Deichen und Reisfeldern gefahren, wo auch die Familien ihre Gräber haben. Dazwischen grasen Kühe – ein natürlicher Kreislauf von Werden und Vergehen tat sich uns auf. Es gibt übrigens rund 40 anerkannte Religionen hier, 6 Mio. Vietnamesen sind Katholiken. Die katholische Kathedrale in Hanoi war leider heute geschlossen.
Dafür haben wir uns die Altstadt angeschaut. Ich habe ein paar Impressionen für euch eingefangen. Jede der 36 Gassen hat ihren Schwerpunkt: Obst, Fleisch, Ahnenverehrung (steht hier an erster Stelle, dann kommen Wohlstand und Familie), Kleidung, Seide, Holz, etc. Das geht auf die 36 Gilden und Zünfte der alten Dörfer aus dem 11. Jh. zurück. Die meisten Vietnamesen hocken auf winzigen Schemeln und nehmen ihren Imbiss zu sich, gespült wird im Rinnstein. Wir haben sogar einen Döner Kebab-Stand entdeckt und gleich daneben auch Miss Hanoi fotografiert, die frisch geschlachtete Hühner verkauft hatte. Die großen runden Reisfladen sind für unsere europäischen Mägen jedenfalls besser geeignet.
Sehr erfinderisch sind die elektrischen Leitungen, ebenso wie die ersten privatwirtschaftlichen Gehversuche – wie z.B. der Open-Air-Frisör:-). Alles in allem bewundere ich diese Menschen für ihre Ideen und ihren Überlebenswillen. Die Touris lassen sich lieber durch die Straßen fahren, bewaffnet mit Mundschutz und Tablet-PC. Der Kontrast könnte nicht größer sein!
Ich bin jedenfalls heute unendlich dankbar für unsere Hygieneverhältnisse in Deutschland, für das saubere Trinkwasser, für den Wohlstand, der mir nicht zuletzt auch solche Studienreisen ermöglicht. Danke Universum.








Mittwoch, 26. März 2014

Ha Long Bucht: Magie der Farben


Hallo Ihr Lieben,
heute sind wir um ganz früh aufgestanden und wurden von „Kälte“ überrascht, denn in der Hauptstadt ist so um die 20 Grad und dazu noch wolkenverhangen – der Norden Vietnams zeigt uns also die kalte Schulter. Dann schaukelten wir mit dem Bus 4 Stunden lang, zum Teil über Baustellen bis zur Halong Bucht – dem Mallorca Vietnams – , um die 2000 unterschiedlichen Felsformationen vom Boot aus zu bestaunen.
Die Stimmung war gut, denn es regnete nicht. Außerdem durften wir lauter kulinarische Köstlichkeiten an Bord probieren: Garnelen mit Lemon-Grass, gefüllte Krebse und lecker Fisch. Danach haben wir an Deck eine Siesta in Liegestühlen abgehalten – die Wolken konnten uns nichts anhaben. In sengender Hitze hätten wir das eh nicht lange ausgehalten. Ich habe dann meine Fantasie spielen lassen, was ich in den scherenschnittartigen Felsformationen erkenne...das war ein schöner Zeitvertreib, so wie man es als Kind macht, wenn man als Hans-Guck-in-die-Luft die Wolken studiert. Ich habe ganz viele Feen, Drachen und natürlich auch das Universum gesehen.

Ich weiß nicht, wie viel Zeit vergangen war, jedenfalls legten wir an, um die Grotten Thien Cung und Dau Go zu besichtigen. Das war Magie pur, denn die Tropfsteinhöhlen waren beleuchtet und bestimmt 80 Meter hoch – wie gotische Kathedralen, nur dass eben hier die Natur der Baumeister war...ich war ähnlich beeindruckt wie vom Ayers Rock in Australien, der stündlich wie ein Chamäleon seine Farben wechselt. Jetzt freue ich mich auf eine Dusche – das Universum meinte es wieder gut mit mir und hat mir eine schicke Hotel-Suite geschickt, die größer als meine Wohnung zu Hause ist;-). Lediglich die Atemschutzmasken im Kleiderschrank verstehe ich nicht, aber man muss ja auch nicht alles verstehen. Ich wünsche euch einen schönen Abend!