Mittwoch, 2. April 2014

Siem Reap: Der Tanz des Lebens


Hallo Ihr Lieben,
unser Tanzabend war sehr sinnlich und anmutig. Die Aspara-Tänzerinnen, die von der hinduistischen Kultur geprägt sind, haben uns mit ihrer Körper- und Zeichensprache verzaubert. Am Ende der Vorstellung bin ich auf die Bühne gehuscht und es hat sogar für ein Fanfoto mit den Stars gereicht;-)
Heute heißt es langsam von Kambodscha Abschied nehmen und wir sehen uns die Gegend außerhalb von Siem Reap an. Mit dem Bus fahren wir raus und blicken hinter die Schokoladenseite. Ein paar verfallene Häuser auf Stelzen sollen die Menschen auf dem Land vor Hochwasser schützen. Dort hausen sie in der Nähe des Flussufers und leben vom Fischfang. Auch viele Vietnamesen haben hier ihre neue Heimat bezogen, da sie keine Steuer für das Fischen bezahlen müssen. Die Buden sehen so windschief aus, dass sie schon ein winziger Windhauch zum Einsturz bringen könnte.
Die schwimmenden Märkte von Chong Kneas auf dem Tonle Sap-See, die uns unser Guide anpreist, enttäuschen mich: Hier leben Menschen auf dem Wasser zwischen schwimmenden Müll. Die Hausboote tanzen geschickt drumherum. Auch eine Schule und eine Kirche gibt es auf dem Wasser – wenigstens Unterricht! In dem Wasser werden Wäsche und Geschirr gewaschen, Fische und Krokodile gefangen und Fäkalien abgeleitet – nichts für europäische Hygieneapostel. Einfache Regeln helfen in solchen Ländern: Nichts Ungeschältes und Ungekochtes essen, keine Eiswürfel konsumieren und nur versiegeltes Trinkwasser trinken. Deswegen ist auch bei mir alles gut gegangen.
Nur einige Kilometer weiter gibt es wieder Schönheit, in Form von blühenden Lotusblumenfeldern und Menschen, die dir freundlich begegnen. Genau das fasziniert mich immer wieder an Asien, dass alle Gegensätze ganz dicht beieinander liegen bzw. desselben Ursprungs sind. Und die philosophischen und religiösen Hintergründe offenbaren sich dem Betrachter auf Schritt und Tritt. Das ist der Tanz des Lebens. Und je weiter ich reise, desto näher komme ich mir selbst. Jedem, der sein Leben als eintönig empfindet, rate ich vor die Haustür zu gehen. Die Welt da draußen empfängt jeden mit offenen Armen, man muss es nur annehmen. Gute, letzte Nacht vor dem Abflug wünsche ich mir jetzt selbst;-)








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